Französischer Charakterdarsteller Michel Serrault gestorben

Michel Serrault (* 24. Januar 1928 in Brunoy bei Paris; † 29. Juli 2007 in Honfleur in der Basse-Normandie) war ein französischer Schauspieler. Während er zu Beginn seiner Schauspiellaufbahn vorwiegend in Komödien und beim Boulevard spielte, wurde er in seiner zweiten Lebenshälfte als Charakterdarsteller von «monstres sacrés» bekannt, als überzeugender Darsteller von Sonderlingen, Egozentrikern und Außenseitern.

Michel Serrault, einer der bekanntesten Charakterdarsteller Frankreichs, ist tot. Der Schauspieler starb am Sonntagabend im Alter von 79 Jahren nach langer Krankheit in Honfleur in der Normandie.

(sda/afp) Dies verlautete aus Kreisen, die der Familie Serraults nahe stehen. Zuletzt sei er in Neuilly im Spital behandelt, Ende Juni aber nach Hause entlassen worden.

Der am 24. Januar 1928 in Brunoy geborene Serrault spielte zunächst am Theater, seit den fünfziger Jahren übernahm er auch Filmrollen. Bekannt wurde er als Komiker, entwickelte sich mit den Jahren jedoch zum Charakterdarsteller.

Zu sehen war Serrault in rund 135 Kinofilmen, darunter «La Cage aux Folles» (»Ein Käfig voller Narren») von Edouard Molinaro aus dem Jahr 1978. Im Laufe seiner Schauspielkarriere wurde Serrault drei Mal mit dem wichtigsten französischen Filmpreis, dem César, ausgezeichnet.

Würdigung Sarkozys

Der französische Präsident Sarkozy würdigte den verstorbenen Schauspieler am Montag als «Monument des Theaters, des Boulevards und des Fernsehens». Der Filmschauspieler habe alle Franzosen durch sein riesiges Talent als komischer wie auch dramatischer Schauspieler geprägt.

Meister der «monstres sacrés»
Zum Tod des französischen Schauspielers Michel Serrault

Sein Blick unter den buschigen Augenbrauen liegt mit einer wehmütigen Zärtlichkeit auf der schlafenden jungen Frau vor ihm. Während ihr entblösster Rücken und die dem Betrachter zugewandten geschlossenen Lider eine unschuldige Entspanntheit suggerieren, flackert in seinen verschatteten Augen das Schauspiel einer düsteren Bewusstwerdung: Der alternde Monsieur Arnaud scheint am Bett der schönen Nelly zu realisieren, wie versteinert und unerreichbar seine Seele geworden ist – vor allem für ihn selbst.

Die Rolle des gefühlserstarrten Herrn Arnaud, für die Michel Serrault in Claude Sautets beklemmendem Kammerspiel «Nelly et Monsieur Arnaud» 1996 seinen dritten César bekommen hat, ist typisch für die Charaktere, die der 1928 in Brunoy bei Paris geborene Schauspieler in seinen späten Jahren auf der Leinwand verkörpert hat: Es sind allesamt kantige Figuren, cholerische Eigenbrötler, «monstres sacrés» und weltfremde Sonderlinge wie der Bauer Adrien in Christian Carions «Une hirondelle a fait le printemps» oder der eifersüchtige, bärbeissige Ganove Pompilius in Laurent Heynemanns «La Vieille qui marchait dans la mer».

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