Bisher war Kylie Minogue immer am besten, wenn sie sich auf reinen Pop konzentriert hat, statt sich sehr um künstlerische Ernsthaftigkeit zu bemühen. Mit X, ihrem zehnten Studioalbum und dem Nachfolger von Body Language (2003), gelingt ihr jedoch irgendwie beides gleichzeitig. Die Produktion haben zum Teil alte Bekannte wie Richard Stannard und Guy Chambers übernommen; zum ersten Mal treten beispielsweise Calvin Harris, die Freemasons und Bloodshy & Avant–das schwedische Team, das für Britney Spears’ “Toxic” verantwortlich zeichnete–in Erscheinung.
X verbindet eingängige Melodien gekonnt mit innovativer Produktion. Poptimistische Kylie-Fans werden sich auf “2 Hearts” stürzen, ein freches Stück übers Verliebtsein mit einem Glam-Rock-Groove und einem Refrain, der wohl zahllose Karaokebars erfüllen wird, sowie auf “Wow”, eine druckvolle, überschwängliche Disconummer. Hier und da zeigen mutigere Produktionsideen, dass Kylie trotz mehrjähriger Rampenlichtabstinenz im Pop des 21. Jahrhunderts noch vollkommen zu Hause ist: Das hervorragende “Speakerphone” beginnt mit Harfenklängen und verwandelt sich dann in eine kühle, skandinavisch angehauchte Elektropopnummer à la Robyn oder The Knife mit knackigen Beats und verfremdetem Gesang. Auf dem mit einem Ghetto-Pop-Groove ausgestatteten “Nu-di-ty” beweist Kylie, dass sie sich auch für laszive Einlagen noch durchaus zuständig fühlt. Schön, dass sie wieder da ist. –Louis Pattison
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