Das neue Eagles-Album

Long Road Out Of Eden

Ich hab die Platte bereits und ich muss sagen: Sie ist genial!!!

Hier eine Rezension von Doctor Music “Meikel” aus Frankfurt, gesehen bei Amazon.de.

Wenn sich nach 28 Jahren noch jemand Generationsübergreifend an das letze Eaglesalbum erinnert (letztes offizielles Album ’79 Long Run) liegt es wohl durchaus an der hohen musikalischen Qualität der Band und der immer wieder aufkochenden Gerüchte, die Band mache ein neues Album. 1994 brachten sie mit einem Paukenschlag “Hell freezes over” heraus und nährten weiter die Hoffnung, es möge etwas neues kommen. Dazwischen immer mal wieder Soloprojekte und 2005 dann die Australische “Farwell Tour” der Eagles deren überirdischen Livequalitäten immer wieder dem Fan die Tränen in die Augen trieb, und die Hoffnung einmal mehr nährten, sie mögen doch mal wieder ins Studio gehen…

Und kaum zu glauben, Weihnachten beginnt schon am zweiten November wenn Eagles das neue Album “Long Road Out Of Eden” veröffentlichen. Selten wurde um ein Album so eine Geheimniskrämerei gemacht wie hier.

eagles_2007.jpg1. “How Long”, der erste Single Titel wurde von J.D. Souther (auch schon Co-Autor von zb “Heartache Tonight” oder “New Kid in Town”) geschrieben und war schon 1972 auf seinem gleichnamigen Album drauf.
2. Der Titelsong “Long Road Ou Of Eden” könnte das zweite “Hotel California” werden.
3. Es sind 20 Songs auf dem Doppelalbum enthalten.
4. Spielzeit des Albums etwa 100 Minuten
5. Die Eagles haben das Album in der Besetzung Glenn Frey, Don Henley, Joe Walsh und Timothy B.Schmit eingespielt, desweiteren als Studiomusiker mit dabei:
Steuart Smith – Gitarre Keyboard Mandoline
Richard Davis – Keyboards and Programming
Will Hollis – Keyboards
Scott Crago – Percussion & Drums
Chris Mostert/Greg Smith/Al Garth – Saxofons
Bill Armstrong – Trumpet
Lenny Castro/Luis Conti – Percussions
6. Das sie einen Paul Carrack Song gecovert haben, freut mich persönlich am meisten (er war ja mal als Eagles Mitglied im Gespräch)

Hier die Songs, kurz beschrieben mit Autoren:

CD1

1. “No More Walks in the Wood” 4:00 (Don Henley-Steuart Smith-John Hollander)
Schöne Acapella Nummer auf der Basis eines Gedichtes von John Hollander). Klingen wie Crosby Stills Nash & Young.
2. “How Long” 3:20 (J.D. Souther)
Wird im Radio schon rauf und runter gespielt. Klingt wie eine Mischung aus “Lying Eyes” und “Take It Easy”. Sehr flott gestrickte Country Pop Nummer mit Hitpotential.
3. “Busy Being Fabulous” 4:17 (Don Henley-Glenn Frey)
Eine sehr gute Uptempo Nummer mit Pedalsteel Guitar Einlage und mehrstimmigem Gesang und unbedingtem Ohrwurm Potential. Hat das Zeug zum Hit!
4. “What Do I Do With My Heart” 3:55
Mein Geheimtip, gesungen von Glenn Frey, zieht noch ordentlich mit mehrstimmigem Gesang an, Mörderballade (wer auf “Best of my Love” stand).
5. “Guilty of the Crime” 3:44 (Frankie Miller-Frankie Lynn Williams)
Joe Walsh “rockt” sehr entspannt mit Slidegitarre eine flotte ShuffleBoogie Nummer ab. Sehr cooles Honky Tonk Piano.
6. “I Don’t Want To Hear Anymore” 4:25 (Paul Carrack)
Timothy B Schmit singt eine schöne Paul Carrack Nummer, einfach schön, einfach nett, mehr nicht. Wird Paul Carrack im Frühjahr 08 auch auf seinem Album haben.
7. “Waiting in the Weeds” 7:10 (Don Henley-Steuart Smith)
Frey, Henley & Schmit singen eine schöne Akkustik Gitarren Ballade. Feuerzeuge bereithalten, die Nummer wächst beim mehrmaligen hören und bekommt man schlecht aus dem Ohr!!
8. “No More Cloudy Days” 3:58 (Glenn Frey)
Ballade, nett aber harmlos, mit nettem Piano und Pedalsteel und mehrstimmigem Gesang, die schwächste Nummer bisher.
9. “Fast Company” 5:06 (Don Henley, Glenn Frey)
Was ist da passiert? Eagles singen Kopfstimme und sind auf “Prince” Spuren? (All i wanna do is dance, dance…?!)
10. “Do Something” (Don Henley, Timothy B. Schmit, Steuart Smith)
So lieben wir die Eagles, die Stimme schluchzt, die Gitarre und die Pedal Steel auch und die Sonne versinkt am Horizont und der perfekte mehrstimmige Gesang setzt ein, schöööön.
11. “You Are Not Alone” 2:30 (Glenn Frey)
Akkustic Gitarre, dezentes Schlagzeug und Backgroundchor und die Gewissheit, nicht allein zu sein, tröstlich!

CD2

1. “Long Road Out of Eden” 10:15 (Don Henley-Glenn Frey-Timothy B. Schmit)
D i e Meganummer, verzaubert anfangs mit orientalischem Flair und kommt gemächlich in Fahrt, aber wächst bei jedem Hören, offenbart unglaublich viele musikalische Details, hat das Zeug zum Kultsong und Walsh`s Gitarre im Mittelteil ist brilliant, erinnert sie doch etwas an “Hotel California”. Bester Song des Albums.
2. “I Dreamed There Was No War” 1:37 (Glenn Frey)
Nette harmlose Fingerübung für Gitarre.
3. “Somebody” 4:12 (Jack Tempchin John Brannan)
Flott gestrickter Song, mit Orgeltupfern und Hitpotential, kommt knackig, rockig rüber, Joe Walsh tut dem Stück gut (Hitpotential).
4. “Frail Grasp on the Big Picture” 5:10 (Don Henley-Glenn Frey)
Poppig, rockiger Song, das Schlagzeug treibt den sehr locker aus dem Handgelenk spielenden Joe Walsh an. Groovt sehr sehr gut!
5. “Last Good Time in Town” 7:15 (Joe Walsh)
Sehr coole und entspannte Joe Walsh Nummer, mit entspanntem “Santana” Charakter, sehr groovy, latinlastig und catchy gespielt. Toll!
6. “I Love To Watch a Woman Dance” 3:11 (Larry John McNally)
Man sitzt auf dem Weidezaun, kaut auf dem Strohhalm herum und sieht den Kühen beim Grasen zu und die Sonne verschwindet am Horizont (da war doch schon mal was?). Sehr hübsche countryeske Ballade mit zarter Mandolinenbegleitung und Akkordeon.
7. “Business as Usual” 5:34 (Don Henley-Steuart Smith)
Gute, melodisch angerockte, groovende Ohrwurmnummer. Wesentlich mehr als Business as Usual!
8. “Center of the Universe” 3:48 (Glenn Frey, Jack Tempchin)
Unaufgeregt netter mehrstimmig vorgetragener Song, der Titel stimmt..”this is not the Center of the Universe..”
9. “It’s Your World Now” 4:20 (Glen Frey- Jack Tempchin)
Mexikanisch angehauchter Country Song, finde ich etwas banal, klingt als würden Chevy Chase und Steve Martin (wie hieß der dritte: Martin Short?, glaube ich) nach Mexico reiten, aber eine nette seufzende Trompete. Fällt qualitativ etwas ab..Oder ist man nach den Vorgängernummern zu verwöhnt?

Produziert wurde das Album von Bill Szymczyk, Eagles, Steuart Smith, Richard F.W. Davies.
Aufgenommen wurde das alles im “The Doghouse”,Los Angeles und “Samhain Sound”, Malibu
Unter dem Strich eine prima, routinierte Eagles Platte, mit sehr viel Licht und ein bisschen Schatten.

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