US-Schauspieler Karl Malden mit 97 Jahren gestorben

Karl Malden (eigentlich Mladen George Sekulovich, serbisch Младен Ђорђе Секуловић/Mladen Đorđe Sekulović; * 22. März 1912 in Chicago, Illinois; † 1. Juli 2009 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler. Malden spielte vor allem in den 1950er und 1960er Jahren in vielen Filmklassikern profilierte Nebenrollen und war später Hauptdarsteller der erfolgreichen Fernsehserie Die Straßen von San Francisco.

Die Knollennase als Markenzeichen

Den Oscar bekam er für “Endstation Sehnsucht”, berühmt wurde er hierzulande durch “Die Straßen von San Francisco”. Der Schauspieler Karl Malden ist im Alter von 97 Jahren gestorben.

Von Robert Kiendl, HR-Hörfunkstudio Washington

Die Industriestadt Gary im US-Bundesstaat Indiana hat innerhalb weniger Tage nun schon ihren zweiten berühmten Prominenten verloren: Erst Michael Jackson, der dort geboren wurde – und jetzt Karl Malden, der in Gary aufwuchs. Zur Welt kam der Schauspieler allerdings wenige Meilen entfernt: am 22. März 1912 in Chicago, als Sohn einer Tschechin und eines Serben. Sein Name war damals Mladen Sekulovic.

“Die Straßen von San Francisco”

Karl MaldenDoch schließlich sollte es eine ganz andere amerikanische Stadt sein, die Karl Malden in den 70er-Jahren endlich auch in Deutschland zum wirklich großen Durchbruch verhalf. In den “Straßen von San Francisco” machte Karl Malden Verbrechern das Leben schwer. Als Detective Lieutenant Mike Stone lieferte er sich in der Krimiserie mit Gaunern jeglicher Couleur halsbrecherische Verfolgungsjagden. An seiner Seite dabei immer Inspector Steve Heller – gespielt vom noch jungen Michael Douglas, der durch die “Straßen von San Francisco” weltbekannt wurde.

“Schauen Sie sich doch mal mein Gesicht an”

Das könnte auch für Maldens Schauspielkarriere gelten: Eigentlich hatte sich der ehemalige Stahlarbeiter keine großen Chancen in Hollywood ausgerechnet – wegen seiner beim Basketball gebrochenen Nase. “Ich wusste, dass ich kein Hauptdarsteller bin. Schauen Sie sich doch mal mein Gesicht an”, sagte Malden einmal. Doch die markante Knollennase wurde schließlich sein Markenzeichen – neben seinem außergewöhnlichen Talent. Ab den 40er-Jahren glänzte Karl Malden auf der Broadway-Bühne und dann auch vor der Filmkamera vor allem in Nebenrollen – insbesondere in Klassikern des berühmten US-Regisseurs Elia Kazan.
1952 erhielt Malden den Oscar als bester Nebendarsteller für seinen Part in “Endstation Sehnsucht”. In dem düsteren Tennessee-Williams-Melodram spielt Malden an der Seite von Marlon Brando – und von Vivien Leigh, um deren Zuneigung er sich auf der Leinwand so überzeugend schüchtern bemüht.

Auch das Gewerkschaftsdrama “Die Faust im Nacken” – wieder ein Kazan-Film, und wieder mit Marlon Brando – brachte Malden eine Oscar-Nominierung ein. Ende der 80er-Jahre dann wurde er selbst zum Präsidenten der Academy gewählt, die die wichtigste Filmtrophäe der Welt vergibt.

“Gehe nie ohne sie aus dem Haus!”

Drei Golden-Globe-Nominierungen, eine Emmy-Auszeichnung, der “Screen Actors Guild Award” für sein Lebenswerk, weitere Preise und ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame sprechen für sich. Der äußerst wandlungsfähige Karl Malden überzeugte in den verschiedensten Genres: in Gangster- und Kriegsfilmen, in Western – und sogar in der Reklame: “Gehe nie ohne sie aus dem Haus” – Karl Maldens Werbespots für Reiseschecks des Kreditkartenkonzerns “American Express” sind in den USA inzwischen legendär.

“Ich habe so ein unglaubliches Glück in meinem Leben gehabt”, zog Karl Malden einmal Bilanz – das galt für sein Privatleben: Verheiratet war der zweifache Vater seit 1938 bis zuletzt mit seiner Schauspielkollegin Mona Graham – länger hielt kaum eine Ehe in Hollywood.
Und das galt für seinen Beruf: “Ich liebe jeden Film, in dem ich mitgespielt habe, auch die schlechten – jede Fernsehserie, jedes Bühnenstück, denn ich liebe meine Arbeit”, sagte Karl Malden. Also liebte er auch “Die Straßen von San Francisco”, obwohl die Krimiserie dem hochgelobten Charakterdarsteller anfangs eher peinlich war.

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